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Neptun – Privatsphäre erhaltende Technologien und die Sicht der Nutzer auf Privatsphäre

Die anhaltende Verletzung von Privatsphäre durch die Erfassung und der wachsende Missbrauch immer sensitiverer Daten erzeugt Ablehnung unter den Nutzern gegenüber den dringend benötigten technischen Lösungen ernsthafter gesellschaftlicher Probleme, z.B. Ambient Assisted Living (AAL) Technologie für eine adäquate medizinische Versorgung einer alternden Gesellschaft im demographischen Wandel. Ziel dieses Projektes ist die Entwicklung eines integrativen und interdisziplinären Modells zur nutzerzentrierten Entwicklung von Privatsphäre-erhaltenden Technologien (PET). Bislang gibt es keine integrativen Ansätze, die sowohl technische Aspekte von privatsphäre-erhaltenden Technologien und Bedürfnisse und individuelle Trade-offs des Nutzers bezüglich seiner Privatsphäre quantitativ modellieren können. Im Projekt werden zwei Ziele verfolgt:

(1) die inhaltliche Ausgestaltung von Privatsphäre durch technische und nutzer-zentrierte Analyse konkreter Problemszenarien und
(2) die Erstellung einer interdisziplinären Methodik und damit eine Prüfung der methodischen Machbarkeit. Langfristig sollen die Ergebnisse in die Formulierung validierter Entwurfsmuster bzw. -richtlinien für die Einbindung der Privatsphäre in die Entwicklung von PETs münden.
Im Projekt werden folgende Anwendungsszenarien fokussiert.

1. Privatsphäre im sozialen Umfeld; Daten mit geringer bis mittelmäßiger Sensitivität; diverse Bezugspersonen (z.B. Familie, Freunde, Kollegen)

2. Privatsphäre in Bezug auf medizintechnische Unterstützung, mit dem Schwerpunkt selbstbestimmtes Leben im Alter; Daten mit hoher Sensitivität; einzelne und designierte Bezugspersonen (z.B. Ärzte, Pflegepersonal)

3. Einbindung des sozialen Umfelds (z.B. Familie, Freunde) und des medizinischen Personals (z.B. Pflegekräfte, Ärzte, Verwaltung) über existierende Social Media Infrastrukturen; Daten verschiedener Sensitivität; diverse und designierte Bezugspersonen.

Projektinformation:

Förderung:

Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder

Fördersumme:

69.000 Euro

Laufzeit:

September 2014 - August 2015

Team:

Dr. Dipl.-Psych. Sylvia Kowalewski

Beteiligte Projektpartner:

Lehrstuhl für Communication and Distribution Systems RWTH Aachen (Prof. Dr. Klaus Wehrle, Henrik Ziegeldorf)