english

ProdUSER – Benutzerfreundliche Interaktionskonzepte für das Produktionsumfeld im demographischen Wandel

Die Produktion trägt maßgeblich den aktuellen wirtschaftlichen Aufschwung Deutschlands. Ihr Erfolg basiert auf einer hohen Technologisierung, insbesondere der produzierenden und verarbeitenden Industrie, sowie der Kompetenz und dem Know-how ihrer Mitarbeiter. Der Arbeitskräftemarkt verändert sich aktuell stark durch den demographischen Wandel. Um wettbewerbsfähig bleiben zu können, müssen sich deutsche Unternehmen den sich verändernden Bedingungen stellen und Arbeitskontexte schaffen, die es ihnen erlauben, ihren Vorsprung durch selbst aufgebautes Know-how und Qualitätsleistungen trotz des sich wandelnden Arbeitsmarktes zu sichern. Dazu gehören Maßnahmen, die den Verlust von Know-how durch ausscheidende Mitarbeiter verhindern, sowie Arbeitsbedingungen, die längeren Verweilzeiten von Arbeitnehmern durch ein erhöhtes gesetzliches Rentenalter, veränderte Erwerbsbiografien und das Einwerben ausländischer Fachkräfte zur Deckung von Personalbedarf Rechnung tragen. Weitere Herausforderungen betreffen raschere Geschäfts- und Prozessabwicklungen und die Entwertung fachspezifischen Wissens durch dessen „Halbwertszeit“.

Das Fortbestehen und Wachstum deutscher Produktionsunternehmen hängt von ihrem technischen Know-how in der Nutzung modernster Technologien ab. Sie müssen auf innovative Prozesse und Anlagen setzen, um im internationalen Wettbewerb zu bestehen. Dazu gehört eine teure digitalisierte und automatisierte Fertigungsgestaltung, die meist durch hochleistungsfähige Software angesteuert und bedient wird. In der Praxis zeigt sich, dass es trotz hochmoderner Technologie zu langen Einarbeitungszeiten kommt. Die Mitarbeiter sind mit der Komplexität der  Softwarewerkzeuge überfordert. Die nicht an den Anforderungen der Nutzer orientierte Gestaltung der Bedienoberflächen unterstützt den Nutzer zu wenig in der Bewältigung der System- bzw. Funktionsvielfalt. Folgen der potentiellen Überforderung sind schlechte Arbeitsergebnisse, die in der Produktion zu Lieferverzögerungen, Ressourcenverschwendung und verminderter Produktqualität führen. 

Ziel des wissenschaftlichen Vorprojekts „prodUSER“ ist die Entwicklung eines zukunftsorientierten Gesamtkonzepts für die Umgestaltung von Benutzerschnittstellen computergestützter Fertigungsplanungssysteme. Das Vorhaben erfordert eine enge Zusammenarbeit der beteiligten Forschungseinrichtungen und der industriellen Berater des Projektbegleitenden Ausschusses (kurz: PBA). Die Motivation ist, die in den letzten 50 Jahren bedarfsgetrieben immer komplexer gestalteten Interaktionssysteme nach etablierten sowie im Projekt zu entwickelnden Regeln der Benutzerfreundlichkeit zu optimieren. Das Ergebnis wird sich dreiteilen in (1) eine Vision der Mensch-Technik-Interaktion in der Produktionswelt der Zukunft, (2) das daraus abgeleitete Konzept zu demografisch konformen Arbeitsplätzen im Produktionsumfeld sowie (3) eine Roadmap zu seiner Umsetzung.

Projektinformation:

Förderung:

Bundesministerium für Bildung und Forschung
Programm: Wissenschaftliche Vorprojekte zur Mensch-Technik-Interaktion für den demografischen Wandel

Fördersumme:

275.000 Euro

Laufzeit:

Oktober 2014-September 2015

Team:

Simon Himmel, M.A.

Dipl.-Psych. Wiktoria Wilkowska

Beteiligte Projektpartner:

  • Professur für Textlinguistik und Technikkommunikation
  • Lehrstuhl für Medieninformatik
  • Fraunhofer Institut für Produktionstechnologie IPT
    Abteilung CAx Technologien - Prof. Dr. Fritz Klocke
    Abteilung Technologiemanagement - Prof. Dr. G. Schuh