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Modellierung individueller Entscheidungsprozesse und des Einflusses von Intermediären bei der Diffusion von Energieeffizienzmaßnahmen und Erneuerbaren Energien im Gebäudebereich

Interdisziplinäres Verbundprojekt im Rahmen des 6. Energieforschungsprogramms der Bundesregierung

Das Ziel des Projekts ist es nachzuvollziehen, wie  individuelle Entscheidungsprozesse und relevante Akteursbeziehungen in einem Energiesystemmodell für den Gebäudebereich abzubilden, um die Vorhersagekraft von Szenarien zur Diffusion von Energieeffizienzmaßnahmen und erneuerbaren Wärmeversorgungssystemen bei Bestands- und Neubauten in Deutschland durch die Berücksichtigung von Aspekten der Technikakzeptanz zu erhöhen. 
Grundlage für die Energiesystemmodellierung ist dabei das bottom-up Simulationsmodell INVERT/EE-Lab mit dem agentenbasierten Investitionsentscheidungsmodul INVERT-Agents. Um das bestehende Modell signifikant zu erweitern und zu verbessern, verfolgt das geplante Projekt einen stark interdisziplinären Ansatz, indem in die ingenieurwissenschaftlich-ökonometrische Modellierung sozio-psychologische Aspekte integriert werden. Dazu sind in dem Projekt sozio-psychologische Studien zu drei Akteursgruppen im Hinblick auf Eneff/EE-Maßnahmen vorgesehen, deren Ergebnisse anschließend zur Erweiterung von INVERT-Agents verwendet werden sollen:

(Potentielle) Investoren in Eneff/EE-Maßnahmen:

Gruppe 1: Besitzer von Wohngebäuden (d.h. selbstnutzende Eigentümer, Eigentümergemeinschaften, private Vermieter, professionelle Vermieter/Wohnungsgesellschaften) 

Gruppe 2: Besitzer von Nichtwohngebäuden bzw. Entscheidungsträger in Organisationen mit Nichtwohngebäuden (d.h. Personen, die in ihrem Unternehmen/ihrer Behörde/etc. wesentlichen Einfluss auf die Durchführung von Eneff/EE-Maßnahmen haben

Gruppe 3: Intermediäre (Personen, die Einfluss auf entsprechende Entscheidungen und Entscheidungsoptionen der (potentiellen) Investoren haben, also Handwerker, Energieberater etc.) 

Die Ergebnisse der beiden Studien zu (potentiellen) Investoren sollen dazu dienen, innerhalb der beiden Gruppen Untergruppen mit unterschiedlichen Entscheidungslogiken (z.B. Bedeutung verschiedener Beweggründe und Hemmnisse, unterschiedlich strukturierte Entscheidungsprozesse, Informationsverhalten, Kenntnis von und Haltung zu Fördermaßnahmen) zu identifizieren. Die Studie zu den Intermediären soll Aufschluss darüber geben, wovon ihr Beratungsverhalten und ihr Angebotsportfolio zu Eneff/EE-Maßnahmen gegenüber den Investoren abhängt. Auf Grundlage der Ergebnisse dieser Studien sollen in INVERT-Agents anschließend die Entscheidungsprozesse der Investoren sowie die Wechselbeziehungen zwischen Intermediären und Investoren (Wirkung der Nachfrage auf das Angebot und umgekehrt) modelliert und so Diffusionsdynamiken besser abgebildet werden. Dadurch soll letztlich auch ermöglicht werden, Ansatzpunkte für Politikmaßnahmen (z.B. informatorische Maßnahmen, finanzielle Förderung, Qualifikation und Training von Intermediären etc.) modelltechnisch besser untersuchen zu können.

Projektinformation

Förderung:

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Laufzeit:

01.12.2016 bis 30.11.2019 

Team:

Dr. Katrin Arning

Barbara Zaunbrecher

Beteiligte Projektpartner:

Lehrstuhl für Communication Science, Human - Computer Interaction Center der RWTH Aachen University (HCIC)

Competence Center Energietechnologien und Energiesysteme, Frauenhofer Institut Karlsruhe